BUGATTIS RENNERFOLGE: LOUIS CHIRON SIEGT VOR 90 JAHREN BEIM GRAND PRIX IN MONACO

Molsheim
15 04 2021

Louis Chiron wins the Grand Prix

Louis Chiron zählt zu den bekanntesten Bugatti-Rennfahrern – und gewinnt als erster Monegasse einen Grand Prix in seiner Heimatstadt Monaco.

Scharfe Kurven, steile Abhänge und enge Häuserschluchten. Kein Rennen im Grand-Prix-Zirkus weckt bei Fahrern und Motorsportfans so viel Leidenschaft wie eines in Monaco. Auf rund 3,3 Kilometern rasen die Rennwagen seit 1929 durch die engen Straßen und zirkeln ihre Boliden durch noch engere Kurven – ohne Auslaufzonen und rettendes Kiesbett. Eine enorme Herausforderung für die Piloten und ihre Rennwagen.

Bugatti nimmt diese Herausforderung schon vor mehr als 90 Jahren an – und gewinnt. Beim ersten Rennen in Monaco überquert William „Williams“ Charles Frederick Grover in einem Bugatti Type 35 B als erster Fahrer die Ziellinie. Der Beginn einer neuen Zeitrechnung. Geschichte schreibt aber auch ein anderer Pilot: Vor 90 Jahren, am 19. April 1931, gewinnt Louis Chiron auf einem Bugatti Type 51 den III. Grand Prix von Monaco: als erster Monegasse auf einem Heim-Grand-Prix.

 

Der heutige Traditionskurs gilt schon damals als große Herausforderung für die Piloten, ein Sieg in Monaco als besondere Leistung. Denn das Rennen findet streng genommen nicht auf einer Rennstrecke statt, sondern auf öffentlichen Straßen. Die Streckenführung gleicht einer wilden Berg- und Talfahrt und zählt zu den anspruchsvollsten Fahrerstrecken überhaupt. 1931 wird die Startaufstellung ausgelost. 28 Rennfahrer treten an, 24 starten, davon 16 auf Fahrzeugen von Bugatti, in vieren davon sitzen Werksfahrer. Louis Chiron hält sich zuerst im vorderen Mittelfeld auf, ehe er sich kontinuierlich voran kämpft. Nach 20 Runden liegen er und Bugatti-Werkspilot Achille Varzi auf den vorderen Plätzen, dicht gefolgt von der Konkurrenz in Maserati. Nach 100 Runden zu jeweils 3,18 Kilometer erreichen nur 9 Fahrzeuge die Ziellinie. Nach drei Stunden und 39 Minuten überquert Chiron als Erster die Ziellinie.

Ausnahme-Talent Louis Chiron

Die Krönung einer bis dahin einzigartigen Karriere. Alexandre Louis Chiron wird am 3. August 1899 in Monte Carlo geboren und begeistert sich schon als Jugendlicher für Motoren und Motorsport. Mit 15 Jahren lernt er Autofahren. Mit einem privaten Bugatti bestreitet er 1925 seine ersten Rennen und kann bereits 1927 und 1928 seine ersten Erfolge bei kleineren Rennen und Bergrennen feiern. Damit entwickelt sich Chiron zu einem neuen Star mit seinem Bugatti Type 35 C und dem Nachfolger Type 51. Chiron fährt von Sieg zu Sieg, gewinnt im Jahr 1928 die Grand Prix von Rom, von Marne, von San Sebastian, Spanien, von Europa in Monza und schließlich im Jahr 1931 den Grand Prix von Monaco – sein bedeutendster Erfolg.

„Louis Chiron gilt zu der Zeit als bester Rennfahrer der Welt und befindet sich auf dem Höhepunkt seiner Karriere,“ sagt Luigi Galli, Specialist Heritage & Certification bei Bugatti. „1931 ist ein besonderes Jahr für ihn und für Bugatti. Denn neben zahlreichen Rennsiegen der Marke, ist es das Entstehungsjahr des legendären Type 51.“

Technisches Meisterwerk

Als Weiterentwicklung des Type 35 B setzt der Type 51 auf einen 2,3 Liter großen Reihenachtzylinder mit bis zu 190 PS. Möglich wird die Leistungsausbeute unter anderem durch einen neuen Motorblock und einen Zylinderkopf mit zwei über Stirnränder angetriebene Nockenwellen für einen schnellen Gaswechsel. Die fünffach gelagerte Kurbelwelle wird mit modifizierten Kugel- und Rollenlagern ausgerüstet. Ein Roots-Kompressor sorgt für mehr Luft in den Brennräumen bis zu hohen Drehzahlen. Fast 230 km/h fährt dieser rund 850 Kilogramm leichte Renner. Die leichten, wendigen und starken Rennwagen fühlen sich auf dem Stadtkurs wohl. Fürs schnelle Tanken besitzt der Type 51 gleich zwei Einfüllstutzen am Heck, fürs schnelle Fahren sorgen Talente wie Louis Chiron.

Außergewöhnliche Strecke in Monaco

Das Rennen in Monaco hat schon damals eine besondere Bedeutung im Motorsport. Dabei fängt alles ganz klein an: Mitte der 1920er-Jahre kommt dem damaligen Generalkommissar des Automobilclubs von Monaco, Anthony Noghès, die Idee, ein Rennen mitten durch die Stadt zu organisieren. Er plant und grübelt, leistet jahrelang Überzeugungsarbeit bei den Entscheidungsträgern. Louis Chiron ist von der Idee direkt begeistert und beteiligt sich maßgeblich an der Organisation des ersten Großen Preises von Monaco. Heute zählt der Grand Prix von Monaco mit seinem Stadtkurs als Höhepunkt jeder Formel-1-Saison – und gilt neben den 500 Meilen in Indianapolis und den 24 Stunden von Le Mans zu den berühmtesten Autorennen der Welt. Seit 1950 gehört die Strecke zur Formel 1, seit 1955 wird das Rennen jährlich in der Königsklasse des Motorsports ausgetragen. Die heutige Strecke beträgt 260,52 Kilometer, die Rennfahrer legen 78 Runden zurück.

Louis Chiron bleibt bis 2018 der einzige Monegasse, der je in einem Formel-1-Rennen punkten konnte und ist zudem bis heute der älteste Grand-Prix-Teilnehmer, der jemals an einem Rennen der Formel-1-Weltmeisterschaft teilgenommen hat. Sein letztes Grand Prix-Rennen fährt er 1955 mit 55 Jahren und 288 Tagen. Natürlich auf seiner Heimatstrecke, dem Grand Prix-Kurs von Monaco. 2016 nennt Bugatti seinen Hypersportwagen nach dem Ausnahme-Rennfahrer. Nur 500 Bugatti Chiron1 werden insgesamt entstehen – das 300. Fahrzeug, ein Chiron Pur Sport2, verließ erst vor kurzem das Atelier in Molsheim.

1 CHIRON: WLTP: Kraftstoffverbrauch, l/100km: besonders hoch 43,33 / hoch 22,15 / mittel 18,28 / niedrig 17,99 / kombiniert 22,32; CO2-Emissionen, kombiniert, g/km: 505,61; Effizienzklasse: G

2 CHIRON PUR SPORT: WLTP: Kraftstoffverbrauch, l/100km: besonders hoch 44,6 / hoch 24,8 / mittel 21,6 / niedrig 21,3 / kombiniert 25,2; CO2-Emissionen kombiniert, g/km: 572; Effizienzklasse: G

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[Translate to Deutsch:] Louis Chiron – images telling stories of an exciting life.
Louis Chiron – ein aufregendes Leben in Bildern.
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[Translate to Deutsch:] Louis Chiron in a Bugatti Type 51 doing a pit stop – Bugatti Design.
Louis Chiron in einem Bugatti Type 51 beim Boxenstop – Bugatti Design.
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