15 Jahre
Bugatti Veyron 16.4
– Sechs unvergessene
Veyron Modelle

Molsheim
Juni 18, 2020

15 Jahre Bugatti Veyron 16.4

Bugatti Chef-Designer Achim Anscheidt erinnert sich an außergewöhnliche Editionen.

Erster Hypersportwagen der Neuzeit, Weltrekordbrecher und automobile Design-Ikone. Mit dem Produktionsstart des Veyron 16.4 vor 15 Jahren schreibt Bugatti Geschichte: Als erster Hypersportwagen der Welt leistet der Veyron 1.001 PS, fährt 407 km/h und von 0 auf 100 in 2,5 Sekunden. Seine Entwicklung gilt bis heute als eine der größten technischen Herausforderungen im Automobilbereich. Innerhalb von zehn Jahren entstehen im französischen Molsheim 300 Veyron 16.4 Coupés und 150 Roadster, darunter auch ganz besondere Modelle und Editionen. Achim Anscheidt, Chefdesigner bei Bugatti, erinnert sich an seine sechs ganz persönlichen Favoriten.

Über Achim Anscheidt

Achim Anscheidt leitet die Designabteilung der Marke Bugatti seit 2004.

In dieser Funktion verantwortete er die stilistische Kreation des Bugatti Veyron Grand Sport, Veyron Super Sport, Veyron Grand Sport Vitesse, des Bugatti Galibier Showcar, des Bugatti Vision Gran Turismo Showcar sowie des Bugatti Chiron1. Die jüngsten Ergebnisse seiner stilistischen Gesamtverantwortung sind der Bugatti Divo2, La Voiture Noire3, der Bugatti Centodieci4 sowie die Chiron Derivate Super Sport 300+ und Pur Sport.

Seine inzwischen über 25-jährige Karriere im Automobildesign umfasst die Leitung des Advanced Designs der Volkswagen Gruppe in Barcelona und später im Design Center Potsdam.

Achim Anscheidt studierte Automobildesign an der Kunsthochschule in Pforzheim sowie am Kalifornischen Art Center College of Design in Pasadena, USA. Nach seinem Abschluss begann er seine Karriere 1993 bei der Porsche AG im Styling Center Weissach 1996 wechselte er in den Volkswagen Konzern.

Achim Anscheidt wurde am 30. Juli 1962 in Stuttgart geboren, wo er auch aufwuchs. Er ist Vater von drei Töchtern und lebt in Berlin, wo er in der Freizeit seinen kulturellen Interessen besonders in den Bereichen Kunst, Design und Kreativität, nachgeht.

Als Sohn des dreifachen Motorrad-Weltmeisters Hans Georg Anscheidt war er selbst in der anspruchsvollen Zweirad-Disziplin „Motorradtrial“ als deutscher Juniorenmeister erfolgreich und widmet heute noch Teile seiner Freizeit seinem personalisierten klassischen Porsche 911.

In seiner Funktion als Chefdesigner der Marke Bugatti hat Achim Anscheidt den Bugatti-Almanach „Art, Forme, Technique“ verfasst.

Veyron 16.4 Pur Sang (2007)

„Sich an den Veyron 16.4 Pur Sang zu erinnern, ist ähnlich wie die Erinnerung an die Geburt des ersten Kindes. So ein emotionales Ergebnis vergisst man nie. Es brennt sich tief ins Gedächtnis ein“, erklärt Achim Anscheidt. „Ich weiß noch genau, wie ich das erste Mal durch das Atelier in Molsheim ging und überwältigt von der Technik des Veyron war. Sein technisches Materialkonzept begeisterte mich immens. Das Carbon-Monocoque mit den Anbauteilen für Front- und Heckrahmen aus Aluminium hat mich fasziniert, die darin steckende Schönheit inspiriert“, sagt Achim Anscheidt. Wie die Entdeckung des Charmes eines Menschen, seiner Persönlichkeit. Die will der Designer nach außen tragen, um eine andere, neue Wahrnehmung zu erzielen. Anstelle von zwei Farben kontrastieren beim Pur Sang Carbon und Aluminium – die Verarbeitung der beiden Materialien ein Novum im Automobilbau. Um der technischen Schönheit der Materialität gerecht zu werden, verzichtet Bugatti auf eine Farblackierung und interpretiert das klassische Bugatti-Designelement, das „Two-Tone-Thema“ in einer neuen spektakulären Form. Die Außenhaut aus Carbon umfasst den W16-Motor und den Fahrzeuginnenraum, während die Aluminiumverkleidung durch Lichtspiegelung die Konturen des Veyron betont. Mit dem Pur Sang startet Bugatti eine Reihe von Sondereditionen und sein Individualisierungsprogramm. Der Pur Sang ist auf nur fünf Exemplare limitiert und verkauft sich im Umfeld der IAA 2007 in Frankfurt innerhalb von nur 45 Minuten.

Bugatti Veyron 16.4 Super Sport (2010)

„Ein ganz besonderes Fahrzeug ist und bleibt für mich der Veyron 16.4 Super Sport, den wir 2010 vorgestellt haben. Es war das erste Mal, dass wir in der Design-Abteilung den Ansatz ‚form follows performance‘ so konsequent verfolgt haben“, erläutert Achim Anscheidt. Denn um unser Vorhaben, den Geschwindigkeitsweltrekord für Serienfahrzeuge zu brechen, zu realisieren, mussten wir die Aerodynamik optimieren. Eine flache, gestreckte Silhouette sorgt für Windschlüpfrigkeit, zwei im Dach eingelassene NACA-Düsen versorgen den gewaltigen Motor mit Luft. Was selbst viele Bugatti-Enthusiasten bis heute nicht wissen: Details des Daches lehnen sich an ein frühes Vordesign des Bugatti EB110 SS an, den Supersportwagen der 1990er-Jahre.

Die Leistung des Motors steigt auf 1.200 PS, um eine Beschleunigung von null auf hundert km/h in 2,5 Sekunden sowie eine Höchstgeschwindigkeit von 415 km/h zu erreichen. Das Weltrekordauto erreicht unter strengen Auflagen von Guinness World Records eine durchschnittliche Höchstgeschwindigkeit von 431,072 km/h, wird damit zum schnellsten Serien-Supersportwagen der Welt. „Bei einer der Hochgeschwindigkeitsfahrten auf dem Prüfgelände in Ehra-Lessien stand ich etwa zehn Meter von der Strecke entfernt, als der Super Sport vorbeiflog. Das was absolut unglaublich. Das vergesse ich wohl nie“, sagt Achim Anscheidt. Den Veyron 16.4 Super Sport verkauft Bugatti ab Juli 2010, die ersten fünf Sondereditionen „World Record Edition“ sind sofort vergriffen.

Veyron 16.4 Grand Sport L’Or Blanc (2011)

Ein überaus interessantes Fahrzeug entsteht im Sommer 2011 gemeinsam mit der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin (KPM). Der Bugatti Veyron 16.4 Grand Sport L’Or Blanc setzt als Unikat auf hochwertiges Porzellan am und im Auto – eine Premiere im Automobilbereich – und besticht mit einer künstlerisch abstrakten Lackierung. „Mit dem L’Or Blanc haben wir ein außergewöhnliches Auto erschaffen“, sagt Achim Anscheidt. Schon die Idee dorthin ist eine besondere Geschichte: Anfang 2011 entsteht bei Bugatti der Wunsch nach einem Einzelstück, einem Art-Car. „Zunächst war ich diesem Ansinnen gegenüber eher skeptisch eingestellt, da ich keineswegs automobilen Kunstwerken wie die von Andy Warhol, Jeff Koons, Frank Stella oder Roy Lichtenstein nacheifern wollte“, erklärt Achim Anscheidt.

Die Idee als solches ließ ihn jedoch nicht mehr los und so suchte er mit seinem Team eine Möglichkeit, ein besonderes Fahrzeug zu kreieren, das zu den Markenwerten von Bugatti passt: Art, Forme, Technique. Und deren inhärente Merkmale wie ein überlegener Qualitäts- und Materialanspruch und Handarbeit. Anfänglich projizierten die Designer mit Lichtstreifen (ein gängiger Prozess, um Oberflächen zu gestalten) Reflektionen auf die Fahrzeugoberfläche. Diese Reflektionen geben Auskunft über die Schönheit, Qualität und Spannung der Oberfläche. Proportionen und Verläufe des Fahrzeugs lassen sich dadurch besser erkennen – ein magischer Moment.

Die Magie dieser Reflektionen fingen die Designer daraufhin mit blauem Präzisionstape aus japanischem Seidenpapier auf einem weiß lackierten Veyron ein. Immer wieder mustert das Team die Arbeit, gleicht das Verhältnis der Streifen zu den Zwischenräumen ab. Am Ende spannen sich die Linien wie ein Netz aus Lichtreflexen über die Oberfläche des Veyron. „Das Ergebnis rief Assoziationen mit einer chinesischen Ming-Vase hervor und so kamen wir auf die Idee, mit der Königlichen Porzellan Manufaktur in Berlin eine Kooperation einzugehen“, erklärt Anscheidt. Heraus kommt die Kombination eines fragilen, wunderschönen Werkstoffes mit einem technisch hochkomplexen Fahrzeug. Der L’Or Blanc (weißes Gold) wird zum schnellsten Porzellan der Welt. Die aufgebrachten Linien ersetzen Lackierspezialisten millimeterweise per Hand durch eine Lackierung in einem royal anmutenden Dunkelblau. Das Einzelstück wird an einen Sammler verkauft.

Veyron 16.4 Grand Sport Vitesse (2012)

„Warum der Grand Sport Vitesse für mich so besonders ist? Am Anfang wurden wir Designer kritisiert, dass der Vitesse nicht stark genug wie ein Roadster aussieht“, erklärt Achim Anscheidt. „Mittlerweile schätzen unsere Kunden jedoch die Tatsache, dass er bei geschlossenem Dach wie ein Coupé aussieht. Und wenn das Dach offen ist, genießen sie das unnachahmliche Roadster-Gefühl.“ Mit 1.200 PS. 2013 stellt der Grand Sport Vitesse mit offiziell gemessenen 408,84 km/h einen neuen Geschwindigkeitsrekord für offene Sportwagen auf. Die World Record Car (WRC)-Edition des Vitesse war auf acht Fahrzeuge limitiert und ist sofort ausverkauft gewesen. Insgesamt entstehen am Stammsitz in Molsheim 92 Vitesse von insgesamt 150 Roadster-Modellen – bis heute die einzigen offenen Bugatti Hypersportwagen der Neuzeit.

Veyron Grand Sport Venet (2012)

Ein weiteres Einzelstück und unvergleichliches Kunstwerk entsteht in Zusammenarbeit mit dem französischen Künstler und Bildhauer Bernar Venet. Mit dem gleichnamigen Veyron 16.4 Grand Sport schafft Bugatti ein wahrhaftiges Kunstobjekt, das faszinierendes Oberflächendesign mit einer an die Haute Couture angelehnten Innengestaltung verbindet. „Ein Fahrzeug mit einem bekannten Künstler zu entwickeln, der mit Autodesign in keinerlei Verbindung steht, kann eine knifflige Angelegenheit werden. Mit Bernar Venet war es von Anfang an ein durchweg kreativer Prozess. Es war faszinierend und beeindruckend miterleben zu dürfen, wie er arbeitet und wie er überlebensgroße Skulpturen erschafft. Wir haben eng zusammengearbeitet und am Ende ist etwas wirklich Unvergleichliches entstanden“, erklärt Achim Anscheidt. Geteilter Meinung waren Anscheidt und Bernar Venet anfänglich nur bei dessen Idee, den Veyron in einem Farbverlauf von Orange in Braun zu lackieren, in Anlehnung an ein frühes Stadium von rostendem Eisen hin zu starkem, braunen Rost. „Ich verstand zwar die Inspiration dahinter, aber ein aufgesprühter Farbverlauf hat von der Qualität und der Anmutung eher etwas mit historischen Hotrods gemein als mit einem Bugatti“, erzählt Anscheidt. Gemeinsam überlegten sie, wie sie diese Transformation in einem anderen Prinzip darstellen können. Bernar Venets Begeisterung für Zahlen und Mathematik gibt einen neuen Anstoß: technische Formeln zur Errechnung der Leistungskraft des W16-Motors und der Geschwindigkeit auf der Karosserie des Veyron in einen Farbverlauf zu bringen. Explosionsartig verlaufen die Formeln von der Front über die Kotflügel bis zu den Flanken. Die rostartige Farbgebung der Zahlen, die auch im Innenraum sichtbar ist, nimmt Bezug auf eine Reihe erfolgreicher Skulpturenwerke Venets. „Ein eindrucksvoller Weg, den Lackierungsprozess und Farbverlauf elegant darzustellen. Entstanden ist eine einzigartige automobile Skulptur, eine kongenialen Synthese aus künstlerischem Konzept und technischen Möglichkeiten“, erläutert Achim Anscheidt. Der Weltöffentlichkeit vorgestellt wurde der Grand Sport Venet im Dezember 2012 in der Rubell Family Collection während der Art Basel Miami Beach und ist heute Teil einer privaten Sammlung.

„Les Légendes de Bugatti“ – Ettore Bugatti (2014)

Beeindruckende Fahrzeuge sind für Achim Anscheidt noch heute die Legenden-Fahrzeuge Jean-Pierre Wimille, Jean Bugatti, Meo Costantini, Rembrandt Bugatti, Black Bess und vor allem Ettore Bugatti, alle Teil der Sonderedition „Les Légendes de Bugatti“. „Die sechste und letzte Ausgabe der Modellreihe auf Basis des Veyron 16.4 Grand Sport Vitesse ist mit einer Karosserie aus dunkelblauem Sicht-Carbon und handpoliertem Aluminium sowie im Innenraum mit weichem und naturbelassenem Cordovan-Leder spektakulär. „Jeder, der schon einmal Schuhe aus diesem Material besessen hat, kann die Faszination der Qualität von Cordovan-Leder nachempfinden und die Freude über ihre Langlebigkeit. Genau das war unser Ansatz bei der Kreation des Interieurs dieser Legende“, erklärt Achim Anscheidt. Alle 18 Exemplare der sechsteiligen Edition waren sofort ausverkauft.

„Wir hoffen, dass sich die Enkelkinder der jetzigen Besitzer eines Tages, vielleicht sogar beim Concours d‘Elegance in Pebble Beach, in den Innenraum des Ettore Bugatti Legenden-Fahrzeugs setzen und anfangen zu sinnieren. Über die Schönheit der Materialien und ihre Anmutung – und darüber, dass dieses Fahrzeug Werte und Qualität über die normale Lebensdauer eines Automobils bietet. Genau das ist und wird ein Bugatti immer verkörpern“, so Achim Anscheidt.

 

 

1 CHIRON: Kraftstoffverbrauch, l/100km: innerorts 35,2 / außerorts 15,2 / kombiniert 22,5; CO2-Emission kombiniert, g/km: 516; Effizienzklasse: G* [WLTP: Kraftstoffverbrauch, l/100km: niedrig 43,3 / mittel 22,2 / hoch 18,0 / besonders hoch 18,3 / kombiniert 22,3; CO2-Emissionen, kombiniert, g / km: 506; Effizienzklasse: G]

2 DIVO: Unterliegt nicht der Richtlinie 1999/94/EG, da Gesamtbetriebserlaubnis derzeit noch nicht vorliegt.

3 LA VOITURE NOIRE: Unterliegt nicht der Richtlinie 1999/94/EG, da Gesamtbetriebserlaubnis derzeit noch nicht vorliegt.

4 CENTODIECI: Unterliegt nicht der Richtlinie 1999/94/EG, da Gesamtbetriebserlaubnis derzeit noch nicht vorliegt.

Mehr Anzeigen
Veyron 16.4 Pur Sang (2007)
Veyron 16.4 Pur Sang (2007)
Bugatti Veyron 16.4 Super Sport (2010)
Bugatti Veyron 16.4 Super Sport (2010)
Veyron 16.4 Grand Sport L’Or Blanc (2011)
Veyron 16.4 Grand Sport L’Or Blanc (2011)
Veyron 16.4 Grand Sport Vitesse (2012)
Veyron 16.4 Grand Sport Vitesse (2012)
Veyron Grand Sport Venet (2012)
Veyron Grand Sport Venet (2012)
„Les Légendes de Bugatti“ – Ettore Bugatti (2014)
„Les Légendes de Bugatti“ – Ettore Bugatti (2014)
Achim Anscheidt, Chefdesigner bei Bugatti.
Achim Anscheidt, Chefdesigner bei Bugatti.

Kontakt

für Medienanfragen:

Tim Bravo
Head of Communications
Bugatti Automobiles S.A.S.
E-Mail: tim.bravo@bugatti.com
Mobile: +33 640 151 969

Nicole Auger
Communications
E-Mail: nicole.auger@bugatti.com
Mobile: +49 152 588 888 44

Marie-Louise Rustenbach
Communications
E-Mail: marie-louise.rustenbach@bugatti.com
Mobile: +49 152 577 05 458