Vor 80 Jahren – Bugatti gewinnt 24-Stunden von Le Mans

Molsheim
Juni 18, 2019

molsheim 80 jahre

Ein nahezu technisch serienmäßiger Bugatti Type 57 C überzeugt 1939 in Le Mans.

Sie sind eines der berühmtesten und härtesten Langstreckenrennen der Welt: die 24-Stunden von Le Mans in Frankreich. Hier werden Legenden geboren. Vor genau 80 Jahren siegen am 18. Juni 1939 zwei Franzosen mit ihrem französischen Rennwagen: Jean-Pierre Wimille und Pierre Veyron in einem Bugatti Type 57 C Tank. Ihr Sieg soll zehn Jahre Bestand haben.

50 Rennfahrer meldeten sich im Vorfeld für acht verschiedene Rennklassen an, 42 Piloten starten. Die 24-Stunden von Le Mans waren schon vor 80 Jahren eine Materialschlacht. Und das, obwohl sie damals zu keiner Rennserie gehörten. Die Konkurrenz ist gewaltig. Allein 25 Autos stammen aus Frankreich, darunter damals bekannte Marken wie Delahaye, Delage und Talbot. Aus Deutschland starten die Adlerwerke und BMW, aus Großbritannien Aston Martin, Lagonda, Morgan, Riley, MG und Singer und aus Italien Alfa Romeo.

Bugatti fährt hochmotiviert zum Rennen. Ein Jahr zuvor verzichtet der französische Hersteller noch aus technischen Gründen auf einen Start beim Prestige-Langstreckenrennen. Dieses Jahr passt bei der 16. Auflage am Rennwagen Type 57 C Tank alles. Unter der stromförmigen Karosserie der Rennversion des Type 57 liegt ein nahezu serienmäßiges Chassis des Type 57 C, entwickelt von Jean Bugatti, genialer Konstrukteur und Sohn des Firmengründers Ettore Bugatti. Durch die Aufladung eines Kompressors leistet der Achtzylindermotor mit 3,3-Liter-Hubraum und zwei obenliegenden Nockenwellen etwa 200 PS. Damit sind auf der Geraden Geschwindigkeiten von über 255 km/h möglich. Durch zusätzliche Bohrungen reduzierte Bugatti das Gewicht der pontonförmigen, gerundeten Karosserie. Hinterachse, Kurbelwelle und weitere Anbauteile werden vorher ebenfalls gewichtsoptimiert.

Bugatti startet in der Königsklasse

Doch nicht unbedingt die schnellsten Fahrer siegen, sondern die taktisch klügsten mit den zuverlässigsten Rennwagen. Jean-Pierre Wimille kennt das Rennen in Frankreich gut: Schon zwei Jahre zuvor siegt der Franzose mit einem Type 57 G Tank, damals mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 136 km/h. Dieses Jahr soll es ein weiteres Mal mit dem Gesamtsieg klappen, er startet wieder in der Königsklasse mit Hubräumen zwischen drei und fünf Liter.

Dabei sieht es zum Start noch anders aus. Als Favorit gilt der zweimalige Le-Mans-Sieger Raymond Sommer mit einem neuen Alfa Romeo. Er führt das Rennen ab dem Start an, beharkt sich mit weiteren Fahrern, darunter Jean-Pierre Wimille. Doch der Bugatti-Profi fährt besonnen, achtet neben einer sauberen Linie auf der Strecke auch auf sein Fahrzeug, schont Reifen und Bremsen. Bis in die Nacht hinein spulen die Rennwagen schnelle Runden ab. Sommer und Wimille kämpfen erbittert um die Spitze, dazu kommen die beiden französischen Fahrer Louis Gérad und Georges Monnert auf einem Delage. Doch ihr Rennwagen hält die Strapazen nicht aus: Am Sonntagmorgen macht der Motor Probleme und sie müssen in die Boxengasse. Pierre Veyron zieht derweil entspannt mit seinem Bugatti vorbei, spult mit seinem Type 57 C Tank weiter Runde um Runde ab. Firmenpatriarch Ettore Bugatti behauptet später, während des Rennens hätten die Mechaniker die Motorhaube zur Kontrolle nicht öffnen müssen, so zuverlässig arbeitete der Achtzylinder.

 

Am Ende führt Bugatti mit drei Runden

Bei einer Streckenlänge von fast 13,5 Kilometer pro Rennrunde legen Wimille und Veyron innerhalb von 24 Stunden insgesamt 3.354 Kilometer zurück – 248 Runden. Die Durchschnittsgeschwindigkeit liegt bei dem offenen Sportwagen bei 139 km/h. Dem Zweitplatzierten fehlen drei Runden, dem Dritten sogar neun auf den Sieger. Von den 42 Startern erreichen nur 20 das Ziel.

Der Sieg beim 24-Stunden-Rennen in Le Mans 1939 vor 80 Jahren war der letzte große Erfolg von Bugatti im Motorsport – nur zwei Monate später beginnt der Zweite Weltkrieg. Bugatti muss wenig später die Produktion in Molsheim einstellen, das Werk evakuieren und kann die Produktion nur mühsam nach Ende des Krieges wieder aufbauen. Erst 1949 startet das nächste 24-Stunden-Rennen in Le Mans wieder. Zwar ohne Bugatti, dafür bleibt der Rekord der zurückgelegten Strecke von 3.354 Kilometer noch ein Jahr bis 1950 bestehen. Auch das ein weiterer Rekord für Bugatti.

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