Das Elsass – Heimat von Bugatti
seit 110 Jahren

Molsheim
Januar 16, 2020

Elsass Bugatti

Die französische Region Elsass hat eine
bewegende Geschichte – wie Bugatti.

Flammkuchen, Rotwein und Autos. Das Elsass im Norden Frankreichs hat viel zu bieten – und eine bewegende Geschichte. Die Region zwischen Vogesen und Rhein wechselte ab dem 17. Jahrhundert mehrmals die politische Zugehörigkeit, zwischen dem Heiligen Römischen Reich, dem Deutschen Reich und Frankreich. 1871 trat Frankreich das Elsass ans Deutsche Reich ab, danach wechselte die Zugehörigkeit noch dreimal. Heute vor 100 Jahren endete die Pariser Friedenskonferenz, die im Schloss von Versailles vom 18. Januar 1919 bis zum 21. Januar 1920 tagte. Vor rund 100 Jahren, am 10. Januar 1920, trat der vorher monatelang mühsam ausgearbeitet Friedensvertrag von Versailles in Kraft. Mit seiner Unterzeichnung endete der Erste Weltkrieg auf völkerrechtlicher Ebene.

Trotz der häufigen Wechsel entwickelte sich das Elsass kulturell und industriell. Die selbstbewussten Elsässer sind stolz auf ihre regionale Identität. Einen bescheidenen Anteil daran hat auch der französische Luxushersteller Bugatti. Denn eng verbunden ist die Region mit der langen Geschichte Bugattis. Firmengründer Ettore Bugatti zog vor rund 110 Jahren nach Molsheim ins Elsass, das damals zum Deutschen Kaiserreich gehörte. Bugatti selbst, ein geborener Italiener, fühlte sich aber schon in jungen Jahren als Franzose. Damit verkörperte er die Multinationalität der Elsässer perfekt.

Ettore Bugatti zog vor 110 Jahren ins Elsass

Ende 1909 siedelte Ettore Bugatti mit seiner Familie von Köln nach Molsheim bei Straßburg, wo er sich die Finanzierung der Produktion von Automobilen und Flugzeugtriebwerken gesichert hatte. Obwohl das Elsass kleiner als das benachbarte Baden-Württemberg war, produzierte hier ein ganzer Industriezweig hochwertige Güter. Die Region galt damals als reich, bot qualifizierte Arbeitsplätze und Mitarbeiter, Landwirtschaft, Platz und gutes Essen.

Mit der Nähe zum Binnenfluss Rhein für den An- und Abtransport von Rohstoffen und Gütern zählte das Elsass zum hervorragenden Produktionsstandort – ein zentraler Ort des europäischen Kapitalismus. Genossenschaftsbanken wie die Crédit Mutuell (Elsass-Bank) wurden hier groß und förderten neue Geschäftsideen. Für den Start seines heute berühmten Unternehmens waren das gute Voraussetzungen. Ettore Bugatti hatte zwar gute Beziehungen in anderen Regionen von Italien, Frankreich und Deutschland. Das Elsass schien ihm aber durch seine strategisch günstige Lage ideal für sein Vorhaben. 1910, mit 28 Jahren, gründete er in einer ehemaligen Färberei seine Fabrik und begann mit der Produktion des Type 13.

Acht Jahre später wurde das Elsass an Frankreich angegliedert. Für Bugatti, seine Mitarbeiter und seine Fahrzeuge änderte sich nicht viel: Er entwarf und produzierte weiter und wurde immer erfolgreicher. Er sprach schon vorher mit seinen Mitarbeitern Französisch, liebte und lebte das französische Leben. In den Jahren zwischen 1920 und 1930 gewann Bugatti mit dem Type 35 mehr als 2.000 Rennen, wurde weltweit als ernstzunehmende französische Rennsport-Marke wahrgenommen. Gleichzeitig entstanden Luxusfahrzeuge wie der Type 41 Royal (1926-1933), die keinen Wettbewerb kannten und in der Automobil-Szene für Aufsehen sorgten.

Das Elsass ist Herz Europas

„Das Elsass ist der europäischste Fleck in Europa. Der Wechsel zwischen Deutschland und Frankreich hat viel Spannung verursacht, aber auch verschiedene Nationen zusammengeführt – zu einer internationalen Gemeinschaft. Dadurch wurde das Elsass weltoffen, international und europäisch“, sagt Claude Muller, Professor an der Fakultät für Geschichtswissenschaften des Instituts für Geschichte des Elsass an der Universität Straßburg.

1871 setzte sich das Deutsche Reich aus 25 Bundesländern zusammen, das 26. Land war das Elsass, jedoch nicht völlig unabhängig. Ab 1900 wollten die Elsässer diesen Status ändern, darunter auch viele Deutsche aus Baden, die mittlerweile im Elsass lebten. Viele Ehen zwischen Deutschen und Elsässern wurden geschlossen, die beiden Nationen lebten friedlich miteinander. Erst 1911 forcierte Kaiser Wilhelm II die Eigenständigkeit als selbstregiertes Bundesland. „Dadurch profitierten die Elsässer vom Reichtum der Deutschen und von den bereits bestehenden deutschen sozialen Gesetzen“, sagt der Elsass Experte.

Mit dem Beginn des Ersten Weltkriegs 1914 wurden die Gesetze wieder aufgehoben, was Unzufriedenheit in der Bevölkerung schürte. „Dennoch standen viele Elsässer auf der Seite der Deutschen“, sagt Professor Muller. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde im Versailler Vertrag festgelegt, dass das Elsass wieder Frankreich anzugliedern ist. Am 8. Dezember 1918 feierten Staatspräsident Poincaré in Metz die Wiederangliederung Elsass-Lothringens an Frankreich. Doch die Situation blieb kompliziert: Deutschsprachige Elsässer wollten lieber in Deutschland leben als in Frankreich. „Viele Deutsche dachten, dass alle Franzosen, nun auch die Elsässer, Verräter seien. Das vorherige gute Zusammenleben bekam einen Riss“, sagt Professor Muller. Mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht in Frankreich und der Annektierung von Elsass-Lothringen 1940 wurde das Elsass wieder deutsch – ohne rechtskräftige Verträge. Deutschfreundliche Elsässer galten in Frankreich sodann als Nationalsozialisten – bis weit nach Kriegsende. Erst als der erste Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland, Konrad Adenauer, 1958 den französischen Regierungschef Charles de Gaulle besuchte, wurde versucht, alte Gegensätze und Feindseligkeiten zu überwinden – zum Vorteil des Elsass.

Das Elsass hat heute immer noch eine wirtschaftliche Bedeutung in Frankreich und in Europa. Rund zwei Millionen der insgesamt 66 Millionen Franzosen leben heute im Elsass. Seit 2016 nennt sich die Region Grand Est, die aus den Regionen Elsass, Lothringen und Champagne-Ardenne entstand. Es ist nun die viertgrößte Region Frankreichs, in der über 5,5 Millionen Franzosen leben. Straßburg ist der Sitz des Regionalrats und des Regionspräfekten der Region Grand Est sowie Sitz der Präfektur des Départements Bas-Rhin. Zahlreiche europäischen Einrichtungen wie der Europarat, das Europaparlament und der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte haben hier ihren zentralen Standort.

Bugatti gehört ins Elsass. Heute und in Zukunft.

Damit zählt Straßburg zur Hauptstadt Europas, das Elsass als zentrale Region, die Brücken zwischen vielen Ländern baut. Und ist damit der ideale Standort für eine internationale Luxusmarke wie Bugatti. „Bugatti gehört ins Elsass, auch nach 110 Jahren. Nur hier können wir das kostbare Erbe Ettore Bugattis fortführen und finden hochmotivierte und qualifizierte Mitarbeiter, die mit Leidenschaft die besten Automobile der Welt herstellen“, sagt Stephan Winkelmann, Präsident von Bugatti. „Ganz in der Tradition Bugattis konzipieren und stellen mit der Hand die wertvollsten Fahrzeuge her, die Haute Couture der Automobilindustrie. Ich kann mir keinen besseren Platz als diesen unseren, im schönen Elsass, vorstellen.“

Elsass Bugatti Molsheim, France
Château Saint-Jean & Remise North, Molsheim, France
Historical city center of Strasbourg (Petite France)
The European Parliament in Strasbourg
Signing of the Treaty of Versailles in 1919

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