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Louis Chiron

Louis Chiron, geboren 1899, begründet mit seinen zahllosen Rennsiegen den Mythos Bugatti maßgeblich mit.
Heute leiht er einer der wichtigsten Modellstudien seinen Namen: dem Bugatti Chiron 18.3. Der Rennfahrer ist die schillerndste Persönlichkeit im Bugatti-Werksteam und verkörpert den Lebensstil der 1920er Jahre wie kein zweiter.

Nach dem ersten Weltkrieg betreibt Chiron zunächst einen Autohandel in Nizza. Sein Geschäftspartner ist William Charles Grover, der später unter dem Pseudonym „Williams“ ebenfalls als Bugatti-Rennfahrer berühmt wird. Dabei bekommt er bereits Kontakt zu Ettore Bugatti, für den er Wagen an die Côte d'Azur überführt. Da aber das Geld als Autohändler immer knapp ist, lässt er sein aufwändiges Leben und die teuren Sportwagen von reichen Damen finanzieren. Diese lernt Louis Chiron bei Tango, Foxtrott und Mazurka in den Tanzsälen von Monaco und Nizza kennen, wo sie bei dem eleganten, gut aussehenden Eintänzer geradezu Schlange stehen. Schließlich wird der ahnungslose Ehemann seiner langjährigen Geliebten Alice „Baby“ Hoffmann zum wichtigsten Financier. So stellen vor allem Frauen die entscheidenden Weichen im Leben Chirons. Denn schon für die Grundlage seines Erfolgs bei Frauen – private Schulausbildung, Musikunterrichtung und die Unterweisungen im guten Benehmen – hat eine russische Adelige gesorgt.

Mit Bugattis Typ Brescia, Typ 30 und später Typ 35 und 35 B aus der Schatulle Hoffmanns gewinnt Chiron die ersten Rennen. Frühe Glanzpunkte sind 1926 der gewonnene Grand Prix von Comminges, 1927 der Sieg beim Großen Preis von Frankreich und der vierte Platz beim Europa-Grand-Prix im englischen Brooklands. Im Jahr 1928 wechselt Chiron in das Werksteam von Bugatti und setzt die Siegesserie in Rom, Reims, San Sebastian und beim Großen Preis von Europa in Monza fort. Er startet nun fast jedes Wochenende und fügt den einen um den anderen Triumph hinzu. Auch mit den größeren Modellen, wie dem Typ 51 in Monaco, ist er erfolgreich. Bis 1932, als der Leistungsrückstand der Bugattis gegenüber der Konkurrenz zu groß wird, hat Louis Chiron fast schon ein Abonnement auf die Topplatzierungen. Als Ettore Bugatti zu dieser Zeit von der Liaison Chirons mit der Ehefrau seines Mäzens Hoffmann erfährt, entlässt er ihn enttäuscht von dessen Undankbarkeit aus dem Rennteam.

In den Folgejahren startet Chiron für eine Reihe anderer Automobilmarken und kann weitere Siege für sich verbuchen. Diese verblassen jedoch allesamt gegenüber den Erfolgen der Bugatti-Jahre. Seine Rennfahrerkarriere reicht – unterbrochen vom zweiten Weltkrieg – bis in das Jahr 1958. Mit 56 Jahren erringt er sogar noch einen sechsten Platz bei der Formel 1 in Monte Carlo. Chiron beendet seine aktive Zeit als ältester Formel 1-Teilnehmer aller Zeiten, wird Rennleiter in Monaco und ist eine angesehene Persönlichkeit im öffentlichen Leben seiner Heimatstadt. Er stirbt 1979 mit 80 Jahren im Fürstentum am Mittelmeer.

Louis Chiron am Steuer eines T51 beim Grand Prix Bugatti

Louis Chiron am Steuer eines T51 beim Grand Prix Bugatti

Louis Chiron mit einem T35 am Klausen

Louis Chiron mit einem T35 am Klausen

Louis Chiron in einem T35, Nr. 22, in Sizilien

Louis Chiron in einem T35, Nr. 22, in Sizilien