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Fahrbericht „Royale“

1926 bestellt Ettore Bugatti einen der wenigen Journalisten zu sich, die von Anfang an einen Blick für die Schönheit und die unbestreitbaren Fähigkeiten seiner Wagen bewiesen hatten. So wird W. F. Bradley die Ehre zuteil, als erster Journalist den „Royale" für die Zeitschrift Autocar zu testen:

„Man wird mir meine irrtümliche Annahme wohl verzeihen, dass dieser Wagen aufgrund seiner Größe und Leistung nur auf den breiten Nationalstraßen gefahren werden kann. Bugatti muss dieses Vorurteil wohl geahnt haben, denn sobald der Wagen Molsheim verlassen hatte, sind wir von der Hauptstraße auf enge, kurvige Wege abgebogen, die sich in näherer Umgebung die Hügel hinaufschlängelten.

Oft waren die Wege in sehr schlechtem Zustand, was aber Bugatti nicht davon abhielt, den Wagen voll auszufahren. Er wollte bei hoher Geschwindigkeit die stabile Kurvenlage des Autos unter Beweis stellen, und ich muss zugeben, dass ihm dies vollauf gelungen ist.

Selbst in scharfen Kurven hält der Wagen exakt die Linie und neigt sich kaum zur Seite! Es war sehr viel Verkehr, vor allem waren viele einspännige Karren unterwegs. Doch das überholen auf diesen schmalen Straßen bereitete keinerlei Probleme. Am Morgen war ich dieselbe Strecke bereits mit einem Bugatti-Sportwagen gefahren. Der einzige Nachteil des 250-PS-Wagens ist, dass man in den Haarnadelkurven ziemlich manövrieren muss, während ein kleineres Auto diese spielend mit einer Lenkbewegung bewältigt. Ich erwartete mir von diesem Wagen sanftes Fahrverhalten und gute Beschleunigungswerte bei niedriger Drehzahl - ich wurde nicht enttäuscht. Den ersten Gang verwendeten wir zum Anfahren, aber man kann sofort auf die direkte Übersetzung schalten, in der wir dann auch die ganze Zeit über geblieben sind.

Obwohl unsere Teststrecke kurze steile und sehr kurvige Steigungen beinhaltete, bei denen die Geschwindigkeit zum Teil auf 5 km/h abfiel, konnten wir trotzdem zügig beschleunigen. Im Laufe der Testfahrt sind wir auch einen Hügel im direkten Gang so langsam wie möglich hinaufgefahren - absolut perfekt! Denselben Anstieg dann noch einmal im ersten Gang, um die beeindruckende Beschleunigung zu zeigen.

Auf einer freien Strasse in Richtung Straßburg ergab sich die Gelegenheit, den Schnellgang einzulegen, der sich als ebenso geräuscharm herausstellte wie der Direktgang.

Für einen Wagen dieser Preisklasse kann es natürlich nur einen kleinen Markt geben. Auch die Kritikpunkte, die man einwenden könnte, erübrigen sich in diesem besonderen Fall. Das Fehlen eines abnehmbaren Zylinderkopfes und die Form der Zylinder selbst machen es unmöglich, ein Ventil auszuwechseln, geschweige denn einzuschleifen, ohne dabei den Motor zu zerlegen. Aufgrund der Konstruktion, der hohen Qualität der Gussteile und der perfekten Herstellung sind Reparaturen jedoch erst nach sehr langer Zeit notwendig. Die leichte Zugänglichkeit, die man bei einem normalen Wagen erwartet, ist hier also nebensächlich..."

Pebble Beach 1985

v.l.n.r.:
Royale Park Ward, Royale Binder, Royale Kellner, Royale Double Fiacre, Royale Weinberger, Royale Coupé Napoleon.

Pebble Beach 1985, Foto: Ronald J. Kellog

Jean Bugatti mit dem T41 Royale, 1932

Jean Bugatti mit dem T41 Royale, 1932