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Erster Fahrbericht (1910)

Im Oktober 1910 veröffentlicht der englische Journalist W. F. Bradley in der Zeitschrift „The Motor“ den ersten Artikel über die Automobil-Produktion von Ettore Bugatti:

„Diejenigen, die den Wert eines Automobils nach seiner äußeren Erscheinung und seiner Oberflächenqualität beurteilen, werden wahrscheinlich nicht in Versuchung kommen, den Bugatti zu kaufen. Der Konstrukteur dieses kleinen Wagens hat wirklich keinerlei Anstrengungen unternommen, um mit den bereits auf dem Markt befindlichen, beliebten und billigen Modellen zu konkurrieren, denn der Preis für einen Bugatti ist höher als der jedes anderen angebotenen Wagens der gleichen Kategorie. Der Grund hierfür ist, dass diese neue Produktion eine Klasse für sich darstellt.

Der elsässische Konstrukteur Bugatti, der bei deutschen Unternehmen einen ausgezeichneten Ruf genießt, hat versucht, einen Wagen herzustellen, den man das „Poney" der Automobile nennen könnte. Aber ein „Poney", das einem Vergleich mit den teuersten Produkten der besten Firmen standhält und trotz seiner kleinen Abmessungen und Leichtigkeit den anderen Tourenwagen in Bezug auf Geschwindigkeit in nichts nachsteht.

Gut ausgestattet mit Kotfügeln, Scheinwerfern, Hupe und anderen Accessoires eines Tourenwagens haben wir eine Testfahrt in der Pariser Umgebung gemacht. Nachdem man uns zweimal ermahnte, dass unsere Geschwindigkeit auf den geradlinigen Strassen des Bois de Boulogne nicht zulässig sei, fuhren wir in die Pariser Vorstädte, wo uns das Schicksal mit einem schweren Benz Prinz Henry, mit vier Passagieren und einer reinen Tourenkarosserie zusammenführte. Er wurde von einem hitzigen, sportlichen jungen Mann gefahren, der auf den erbärmlichsten Straßen von Paris nach Saint-Germain mit einer Geschwindigkeit dahinbrauste, die die Straßenlage des Fahrzeugs gerade noch erlaubte. Dennoch war es dem kleinen Bugatti möglich, sich ständig in einer Entfernung von weniger als fünfundvierzig Metern zu halten, und dies war sogar mit weniger Unbequemlichkeiten verbunden, als es bei manch anderen, dreimal größeren und schwereren Autos der Fall wäre.

Die Hersteller versichern, dass der Bugatti hundert Stundenkilometer fahren kann. Im Stadtverkehr zeigte der kleine Wagen ebenso bemerkenswerte Eigenschaften, wie auf langen, geraden Strecken, denn seine Abmessungen machen es ihm möglich, sich dort noch vorbeizumogeln, wo schwere Wagen zum Anhalten gezwungen werden. Er beschleunigt erstaunlich schnell und ist in den ersten Gängen absolut geräuscharm."