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Geschichten aus einem JahrhundertAutomobile Meilensteine

Von der Rennstrecke auf die Straße

Ettore Bugattis Rennleidenschaft begann, als er mit 16 Jahren bei einem 100-Kilometer-Rennen in Mailand der Konkurrenz mit einem motorisierten Dreirad davonfuhr – er gewann mit zehn Minuten Vorsprung.

Diese Faszination für Geschwindigkeit übertrug der Automobilpionier auf seine sagenumwobenen Rennwagen. Die Rennerfolge – insgesamt sollen es mehr als 5000 gewesen sein – waren die entscheidende Werbung für die Serienmodelle, denn damals wie heute signalisieren sie die Leistungsfähigkeit einer Marke. Unfälle waren zu dieser Zeit jedoch an der Tagesordnung, und die Fahrer riskierten mit jedem Start ihr Leben.

Schon in seinem ersten Rennjahr 1910 erregte Bugatti – manchmal mit dem Unternehmensgründer selbst am Steuer – die Aufmerksamkeit der internationalen Presse in Frankreich und Großbritannien. Bei legendären Bergrennen wie Gaillon, Limonest oder am Mont Ventoux belegten Bugattis vordere Plätze und ließen Automobile mit weit größerem Hubraum hinter sich. Im Jahr 1920 schaffte es Ettore Bugattis engster Mitarbeiter Ernest Friderich endlich, den ersten großen Sieg für das Unternehmen herauszufahren – beim legendär gewordenen Rennen in Le Mans. 1921 folgten weitere Spitzenpositionen, vor allem im italienischen Brescia, was der Serienwagen-Version des Typ 13 mit seinen 16 Ventilen den offiziellen Beinamen „Brescia“ einbrachte. Aufgrund dieser Rennerfolge war dieses Modell mit rund 2.000 verkauften Fahrzeugen der kommerziell erfolgreichste Bugatti. Später folgte der sagenhafte Typ 35, der für den Alltags- sowie für den Renngebrauch geeignet war und ebenfalls Erfolge in Serie verbuchen konnte.

Während sich meisten Automobilbesitzer in diesen Jahren lieber chauffieren ließen, waren Bugattis die erste Wahl für Selbstfahrer. Die Kundschaft waren häufig Adlige oder Industrielle mit dem notwendigen Vermögen für die automobile Leidenschaft. Im Gegensatz zu den anderen Herstellern, die ihre werkseigenen Rennteams unterhielten, schlug Ettore Bugatti zwei Fliegen mit einer Klappe: Er bot seiner wohlhabenden Kundschaft Renn- und Straßensportwagen zum Kauf an, die damit – ohne dass Bugatti zusätzlich finanziellen Aufwand treiben musste – den Ruhm der Marke mehrten. Viele kleine Rennen – die sogenannten „Dorf-Grand-Prix“ – könnte man als reine Markenpokale bezeichnen, denn sie hätten ohne die Teilnahme der Bugatti-Privatfahrer überhaupt nicht stattfinden können. Dieser Umstand war unter anderem der Tatsache zu verdanken, dass die Privatfahrer ihre Automobile auch im normalen Straßenverkehr nutzen konnten, nachdem Kotflügel und Beleuchtung wieder montiert waren.

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