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Ettore Bugatti: Le Patron

Ettore Bugatti – „Le Patron“ genannt – entstammte einer Künstlerfamilie und war kein ausgebildeter Ingenieur. Stattdessen erwarb er sich technisches Wissen und Verständnis durch Ausprobieren, unzählige Konstruktionszeichnungen und seine Besessenheit, stets nur das Beste zuzulassen.

Während er seine Leidenschaft noch mit jugendlichem Elan anging, waren die bekannten deutschen Ingenieure wie Daimler und Maybach bereits über 40 Jahre alt. Neben diesen Automobilgrößen wirkte der junge Ettore Bugatti exzentrisch – so fiel er häufig durch besonders feine Anzüge oder auch ungewöhnliche Kleidungsstücke wie einen Tropenhelm auf. Auch andere Eigenheiten förderten die Legendenbildung: Nicht jeder durfte einen Bugatti erwerben. Der Käufer musste eines Bugattis würdig sein.

Ettore Bugatti verfolgte seine Ideen beharrlich und ließ sich schwer umstimmen. Er entwarf Automobile mit perfekten Proportionen, die in der Realität ästhetisch sofort überzeugten – auch wenn seine Mitarbeiter die Konstruktionen zunächst auf ihre technische Umsetzbarkeit überprüfen mussten. Die Produktion der Bugattis erfolgte stets in Handarbeit und war ökonomisch betrachtet zu aufwändig. Die aufkommenden Grundzüge der industriellen Fertigung ließ Ettore Bugatti konsequent außer acht; er interessierte sich mehr für das Ergebnis als für den Produktionsprozess. Manchmal beugte er sich technischen Neuerungen erst, nachdem die Rennerfolge für seine Sportwagen ausblieben. So verschandelten seiner Ansicht nach Kompressoren, die für einen Geschwindigkeitsschub bei den Konkurrenten sorgten, den ästhetischen Gesamteindruck eines Motors.

Nicht nur die beträchtlichen Erfolge machten Ettore Bugatti und die Marke Bugatti so faszinierend: Ein ums andere Mal brachten ihn Fehlentscheidungen und seine Kompromisslosigkeit in wirtschaftliche Schwierigkeiten; die Firma stand immer wieder kurz vor dem Aus. In der gleichen Regelmäßigkeit jedoch fand der Patron eine Lösung und hielt die Firma mit anderen Aufträgen am Leben: Neben Flugzeugmotoren entwickelte und baute Bugatti einen Schienenbus für die französische Staatsbahn. Dieses Projekt half dabei, dass Bugatti und seine 800 Mitarbeiter die Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre überstehen konnten.

Vielleicht war es gerade sein unkonventioneller Konstruktionsansatz, der es Ettore Bugatti ermöglichte, technische Höchstleistung und die bewusste Abkehr von althergebrachten Lösungen in seinen unwiderstehlichen Kreationen zu verbinden. Er schuf fahrende Kunstwerke, pfeilschnelle Designikonen für die Rennstrecke. Seine Motoren und andere technische Komponenten bestechen bis heute in ihrer schlichten Schönheit. Seine ästhetisch perfekten Schöpfungen bezeichnete der Pferdeliebhaber als „Pur Sang“, Vollblüter – 2008 wurde dieser Name für das in limitierter Auflage produzierte Sondermodell Bugatti Veyron 16.4 Pur Sang wieder aufgegriffen.
Der Typ 35 verwirklichte das Pur-Sang-Prinzip besonders deutlich. Er verkörperte absolute, kraftvolle Funktionalität und war konsequent auf das Wesentliche reduziert. Kompromisslosigkeit in Technik und Design zeigt sich auch bei der Wiedergeburt in Form des Bugatti Veyron 16.4. Eine Höchstgeschwindigkeit jenseits der 400 Stundenkilometer und über 1000 PS schienen bis dahin bei einem Serienfahrzeug undenkbar. Zugleich bleibt der Supersportwagen bei jeder Witterung alltagstauglich. Um diese technische Höchstleistung zu erreichen, mussten schöpferische Herausforderungen in der Leichtbauweise, der Aerodynamik, der Sicherheit und vor allem beim Antrieb bewältigt werden.

Ettore Bugatti als junger Mann

Ettore Bugatti als junger Mann

Ettore Bugatti am Steuer seines Automobils von 1898

Ettore Bugatti am Steuer seines Automobils von 1898

Motor des Typ 57 S

Motor des Typ 57 S