Pebble Beach 2015: Bugatti präsentiert erfolgreiche Supersportwagen seiner Unternehmensgeschichte

Bugatti fährt im Rahmen der diesjährigen Monterey Car Week (10. bis 16. August) mit einer Parade besonderer Fahrzeuge aus seiner Unternehmensgeschichte vor. Die französische Luxusmarke präsentiert auf den renommierten Automobilveranstaltungen „The Quail“ am Freitag und „Pebble Beach Concours d’Elegance“ am Sonntag gleich zwei Rekordhalter: Der Typ 35 ist mit über 2.000 Siegen und Podiumsplätzen der erfolgreichste Rennwagen aller Zeiten, und der Veyron 16.4 Super Sport mit 431, 072 km/h (268 mph) das schnellste Serienfahrzeug der Welt. Abgerundet wird der Auftritt durch zwei weitere außergewöhnliche Vertreter der Supersportwagen-Tradition Bugattis: einen Typ 57SC Roadster und einen Typ 55 Super Sport Roadster. Mit diesem Auftritt unterstreicht der französische Autobauer sein Bekenntnis zu den Idealen des Firmengründers Ettore Bugatti, die sich heute in den Werten der Marke ‚Art, Forme, Technique‘ in moderner Weise widerspiegeln. Alle ausgestellten Fahrzeuge erstrahlen – getreu der Tradition – selbstverständlich in Blau, der historischen Rennfarbe Frankreichs. Darüber hinaus bekennt sich Bugatti zu seiner Verpflichtung, den Veyron im Rahmen des „Bugatti-Certified“-Programms als begehrtes Sammlerstück und Wertanlage zu pflegen.

 

„Die Monterey Car Week ist eine Veranstaltung, die Bugatti auf keinen Fall verpasst“, sagt Wolfgang Dürheimer, Präsident von Bugatti Automobiles S.A.S. „Bugatti gehört jedes Jahr zu den gefeierten Highlights dieses Treffens der exklusivsten und wertvollsten Automobilklassiker der Welt. Wir treffen hier viele Kunden und Bewunderer unserer Marke. Nordamerika ist einer unserer wichtigsten Märkte.“

 

Mit dem Verkauf des 450. und finalen Veyron Anfang dieses Jahres hat Bugatti das erste Kapitel seiner jüngeren Unternehmensgeschichte erfolgreich abgeschlossen. Mit diesem Automobil der Superlative führte Bugatti vor zehn Jahren nicht nur ein neues Fahrzeugsegment ein. Nie zuvor gab es einen Seriensportwagen mit über 1.000 PS unter der Haube und einer Höchstgeschwindigkeit von über 400 km/h (248 mph). Heute hält Bugatti zwei Geschwindigkeitsweltrekorde: für das schnellste Serienfahrzeug mit 431,072 km/h, gefahren im Jahr 2010, und für den schnellsten Serien-Roadster, der 2013 ohne Dach 408,84 km/h (254 mph) erreichte. Ebenfalls neu war das Marktsegment, das Bugatti schuf, denn auch der Einstiegspreis von 1 Million Euro war damals eine Sensation. Zuletzt lag der Durchschnittspreis der verkauften Veyron sogar bei 2,3 Million Euro. 

 

„Der Veyron ist eine tolle Erfolgsgeschichte in der Automobilwelt“, resümiert der Bugatti-Präsident. „Jetzt, nach dem Verkauf aller 450 Fahrzeuge hat für die Veyron-Flotte ein neues Kapitel begonnen, das wir mit dem ‚Bugatti Certified‘-Programm aktiv begleiten werden. Damit kommen wir unserer Verpflichtung gegenüber der Marke und unseren Kunden nach, unsere hohen Bugatti-Standards während der gesamten Laufzeit eines Veyron aufrecht zu erhalten.“

 

Bugatti hat das Programm „Bugatti Certified“ im Jahr 2014 auf den Weg gebracht, um Besitzern eines neuen oder gebrauchten Veyron einen kompletten Service zu bieten. Dieser umfasst die technische Prüfung und Aufbereitung der Fahrzeuge, technische Updates sowie eine Garantieverlängerung um mindestens ein Jahr. Mit der Vergabe des „Bugatti Certified“-Siegels wird dem Eigentümer nicht nur der optische und technisch einwandfreie Zustand seines Wagens garantiert, sondern auch die Gewissheit gegeben, langfristig zur Wertsteigerung des Fahrzeuges beigetragen zu haben.

 

Darüber hinaus nutzt die französische Luxusmarke ihren Auftritt in Pebble Beach, um in die Zukunft zu schauen. Dürheimer: „Bugatti zeigt fantastische Vertreter seiner eindrucksvollen Supersportwagen-Tradition. Diese Tradition werden wir konsequent weiterführen.“

 

„Der nächste Bugatti wird erneut der Inbegriff eines Supersportwagens sein und dieses Segment neu definieren“, kündigt Dürheimer an. „Das Fahrzeug wird eine Klasse für sich sein und sowohl mit seinen Leistungsdaten und seiner Performance als auch mit seinem Design beeindrucken. Wir haben vor, an der Spitze zu bleiben.“

 

 

Das Bugatti-Defilee in Pebble Beach – Eine Parade der Superlative

 

Typ 57SC Corsica Roadster – Einer der schnellsten Roadster seiner Zeit

 

Mit dem Typ 57SC Corsica Roadster (Chassis 57531) hat Bugatti zweifelsohne ein Highlight seiner Historie nach Monterey gebracht. Der vom renommierten französischen Haus Corsica karosserierte zweisitzige Roadster gehörte Sir Malcolm Campbell, der das Design der Karosserie maßgeblich mitgestaltete und den Wagen am 22. April 1937 übernahm. Das Modell ist die sportliche Variante des Standard-Tourenwagen Typ 57 und wurde 1935 auf dem Automobilsalon in Paris erstmals vorgestellt. Das Chassis war 32 cm kürzer und lag tiefer, das „S“ im Modelnamen steht für „Surbaissé“, französisch für „tiefergelegt“. Das „C“ steht für „Compressor“.

 

Als Nachfolger des Typ 55, dessen letztes Exemplar im Juli 1935 ausgeliefert worden war, wurden vom Typ 57S bis 1938 nur 43 im Kundenauftrag gefertigt. Das mit Sicherheit interessanteste Detail dieses Wagens war die Hinterachse, die durch das Chassis geführt wurde und nicht wie bei der Standardversion des Typ 57 unterhalb der Rahmenlängsträger aufgehängt war. Auch die Vorderachse war neu: Sie war in der Mitte geteilt und kann somit als Vorstufe der vorderen Einzelradaufhängung gesehen werden.

 

Auch in der Antriebstechnik unterschieden sich die S-Versionen von den Standardversionen: So haben die 57S-Motoren eine Trockensumpfschmierung. Anstelle einer Batteriezündung mit ihrem senkrechten Verteiler war ein von der linken Nockenwelle angetriebener Scintilla-Magnet in der Spritzwand untergebracht. Der Typ 57S-Motor war zudem höher verdichtet (8:5:1 statt 6,7:1), was zu einer höheren Leistung führte. Der Motor leistete bei einem Hubraum von 3.257 ccm bei 5.500 U/min beeindruckende 170 PS. Die Höchstgeschwindigkeit lag bei 200 km/h, eine für die Zeit äußerst beeindruckende Zeit für einen Roadster. Der Wagen mit dem Spitznamen „Bluebird“ befindet sich seit Oktober 2002 in Besitz eines kalifornischen Autosammlers. 

 

 

Typ 55 Super Sport Roadster – Das Beschleunigungswunder

 

Ein weiteres Fahrzeug, das Bugatti während des Pebble Beach-Wochenendes präsentiert, ist ein Typ 55 Super Sport Roadster (Chassis 55208). Der Typ 55 löste 1931 den Typ 43 als Tourenwagen mit Grand Prix-Motor ab. Ettore Bugatti verwendete den relativ leichten Typ 51-Motor und das sehr steife für einen schweren Motor ausgelegte Chassis des Typ 47. Damit fügte er die Zutaten für eines der am besten abgestimmten Bugatti-Fahrwerke zusammen. Die Bremsen und Räder des 55er waren mit denen des Typ 51 identisch. Das Getriebe wurde vom Typ 49 übernommen, allerdings kam für den Typ 55 ein neu entwickeltes Gehäuse mit langen Auslegern zum Einsatz, die an den Rahmenlängsträger montiert wurden; so wurde die Steifigkeit des Chassis noch weiter erhöht. 

 

Die Beschleunigung des Typ 55 war bestechend: Von 0 auf 100 km/h benötigte er weniger als zehn Sekunden. Mit seinem 10-Zylinder-Reihenmotor entwickelt er bei 5.500 U/min stolze 135 PS. Bis heute gilt dieser Typ als unschlagbare Kombination der Performance eines Grand Prix Rennwagens mit den luxuriösen und komfortablen Fahreigenschaften eines Tourenwagens. Der Typ 55 wurde von 1932 bis 1935 insgesamt 38 Mal gebaut. 28 Fahrzeuge existierten heute noch. 

 

Das hier gezeigte Chassis 55208 wurde im Februar 1932 vom Pariser Bugatti-Agenten Dominique Lamberjack bestellt und im April 1932 ausgeliefert. Käufer war der Amateur-Rennfahrer Charles Brunet, der sich dafür eine „Roadster Luxe“-Karosserie von Georges Gangloff anfertigen ließ und mit dem Wagen aktiv an Rennen teilnahm. Das Fahrzeug befindet sich seit 2012 in Besitz des Mullin Automotive Museum in Oxnard, Kalifornien. 

 

 

Typ 35 – Erfolgreichster Rennwagen der Automobilgeschichte

 

Das dritte Fahrzeug im Bugatti-Defilee ist ein Grand-Prix-Rennwagen der reinsten Form: ein Typ 35 aus dem Jahr 1926. Der Typ 35 ist mit über 2.000 Siegen und Podiumsplätzen einer der erfolgreichsten Rennwagen der Automobilgeschichte. Zwischen Mitte der 1920er und 1930er Jahre gewann er alle wichtigsten Rennen, darunter fünf Mal hintereinander die Targa Florio, das damals schwerste Straßenrennen der Welt. Nach dem Motto “Race on Sunday, sell on Monday” („Siegreich am Sonntag, verkauft am Montag”) verkaufte Firmengründer Ettore Bugatti nach erfolgreichen Rennwochenenden zahlreiche Typ 35-Fahrzeuge direkt an wohlhabende Kunden. Diese Geschäftsidee brachte dem Autobauer aus Molsheim kommerziellen Erfolg. Der Typ 35 war seiner Zeit das einzige Fahrzeug, das sowohl auf Rennstrecken fuhr als auch eine Straßenzulassung besaß. 

 

Der Typ 35 wird von einem 120 PS starken 2,3-Liter-Achtzylinder-Reihenmotor angetrieben. Sein Gewicht von etwa 750 Kilo ist perfekt 50 zu 50 Prozent über den Achsen verteilt, was ihm eine enorme Dynamik verschafft. Das in Monterey gezeigte Fahrzeug stammt aus dem Archiv des Autobauers.

 

 

Veyron 16.4 Super Sport – Schnellstes Serienfahrzeug der Welt

 

Als jüngstes Mitglied der Supersportwagengeschichte präsentiert Bugatti den Veyron 16.4 Super Sport. Der Wagen wurde 2011 am historischen Firmensitz in Molsheim gefertigt. Der 1.200 PS-starke Super Sport fuhr im Jahr 2010 mit einer Spitzengeschwindigkeit von 431,072 km/h den Weltrekord für das schnellste Serienauto. Bis heute ist der Bolide ungeschlagen. 

 

Der Veyron 16.4 Super Sport ist das 1.200 PS-Derivat des 1.001 PS-starken Veyron 16.4, mit dem 2005 die jüngste Erfolgsgeschichte Bugattis begann. Nur 450 Exemplare des Veyron wurden gebaut, 300 Coupés und 150 Roadster. Seit Anfang dieses Jahres sind alle Fahrzeuge verkauft. Kein anderer Autohersteller hat es zuvor geschafft, ein solch außergewöhnliches Fahrzeug in einer vergleichbaren Stückzahl-Preis-Dimension zu verkaufen.

 

Die Entwicklung des Veyron war eine der größten technischen Herausforderungen, die die Automobilindustrie bis dahin kannte. Er war das erste Serienfahrzeug mit über 1.000 PS, das schneller als 400 km/h fuhr und in unter drei Sekunden von Null auf Hundert beschleunigte – und in dieser Konfiguration ebenfalls in der Lage war, mit Komfort und Stil vor die Oper zu fahren. Selbst zehn Jahre nach der Markteinführung ist der Veyron ein Superlativ in jeder Hinsicht. Bei der Entwicklung des Veyron ging es darüber hinaus auch darum, die ästhetische Tradition Ettore Bugattis fortzuführen. Mit Erfolg: Sein Äußeres spricht eine moderne Formensprache und zitiert wie selbstverständlich die klassischen Gestaltungsmerkmale Bugattis. Der Veyron ist ein Musterbeispiel zeitlosen Automobildesigns und zugleich automobiles Kunstwerk. Das hier gezeigte Fahrzeug ist die Leihgabe eines Kunden aus den USA.